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Breitband

Der Landkreis Kusel ist ein ländlich geprägter Flächenkreis im Bundesland Rheinland-Pfalz. Aufgrund dessen ist es für Telekommunikationsunternehmen unattraktiv, beziehungsweise unrentabel einen eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau zu betreiben. Daher hat der Landkreis Kusel beschlossen, flächendeckend die Breitbandinfrastruktur unter Zuhilfenahme der Förderprogramme des Bundes und des Landes auszubauen.

Hintergrund

Auf einer Fläche von 573,61 km2 erstreckt sich der Landkreis Kusel über drei Verbandsgemeinden. Die Bevölkerungsdichte des Landkreises liegt bei einer Gesamtbevölkerung von 70.526 bei 123,0 Einwohnern pro Quadratkilometer. Diese Zahlen verdeutlichen, dass es sich bei dem Landkreis Kusel, um einen ländlich geprägten Landkreis handelt. Aber gerade diese ländliche Struktur, hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass der Landkreis nicht flächendeckend mit Breitband von Telekommunikationsunternehmen ausgebaut wurde. Besonders in den Bereichen, in denen mit vergleichsweise wenig Aufwand viele Anschlüsse geschaffen werden konnten, wurden bereits ausgebaut. Dadurch entstanden sogenannte „weiße Flecken“, in denen kein hochleistungsfähiges Zugangsnetz (Next-Generation-Access (NGA)) besteht und in den nächsten drei Jahren kein hochleistungsfähiges Zugangsnetz geplant ist, da diese unterversorgten Gebiete für einen privatwirtschaftlichen Ausbau unrentabel sind. Folglich ist die Internetversorgung in den 98 Ortsgemeinden des Landkreises Kusel sehr differenziert. Um diese Disparitäten abzubauen, hat der Bund in Kooperation mit den Bundesländern 2015 ein Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau initiiert, damit auch in unterversorgten Gebieten ein nachhaltiges sowie zukunfts- und hochleistungsfähiges Breitbandnetz aufgebaut werden kann.

Zielsetzung

Das Ziel der Förderantragstellung ist, mithilfe des Bundesprogramms „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“ und des Länderprogramms „Förderung des Ausbaus von Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetzen“ die verbliebenen weißen NGA-Flecken im Landkreis Kusel flächendeckend zu schließen. Dabei sollen durch die flächendeckende NGA-Versorgung sowohl private Nutzer in Wohngebieten als auch gewerbliche Nutzer in Gewerbegebieten sowie institutionelle Nutzer eine Bandbreite von mindestens 50 bis zu 100 Mbit/s erhalten. Insgesamt sollen 2486 Haushalte, 62 Unternehmen, 15 institutionelle Nutzer sowie 23 Schulen, großteils durch die Technologien „Fibre tot he Building“ (FTTB) und Vectoring mit Bandbreiten versorgt werden.  

Projektfortschritt

Zu Beginn des Projekts wurde im Zeitraum von 11.07.2016 bis zum 15.08.2016 ein Markterkundungsverfahren vom Landkreis durchgeführt. Innerhalb dieses Markterkundungsverfahrens mussten die Telekommunikationsunternehmen angeben, in welchen Gebieten bereits Bandbreiten von mindestens 30 Mbit/s zur Verfügung stehen und in welchen Gebieten sie in den nächsten drei Jahren eigenwirtschaftlich auf mindestens 30 Mbit/s ausbauen würden. Ableitend aus diesen Erkenntnissen wurden die förderfähigen Gebiete (weiße Flecken) zusammengefasst, in denen weniger als 30 Mbit/s zur Verfügung stehen und in denen innerhalb der nächsten drei Jahren kein Telekommunikationsunternehmen einen eigenwirtschaftlichen Ausbau vornimmt. Im nächsten Schritt hatte die Firma MICUS Strategieberatung GmbH eine NGA-Entwicklungskonzept sowie eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung auf Basis der NGA-Grobnetzplanung durchgeführt. Dieses Entwicklungskonzept, welches ein hybrides Ausbaukonzept darstellt, soll unterversorgte Wohngebiete und unterversorgte Gewerbegebiete per FTTC oder FTTB-Netzplanung erschließen. Bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wurde sich auf das Wirtschaftlichkeitslückenmodell geeinigt, da dieses die Umsetzung des NGA-Ausbaus durch den freien Mark und privatwirtschaftliche Unternehmen vorsah. Der Landkreis Kusel hat im 4. Fördercall des Bundesförderprogramms Breitband am 28.02.2017 eine Förderung in Höhe von 7.304.921,03€ beantragt. Die Gesamtkosten (Wirtschaftlichkeitslückenmodell) des NGA-Breitbandausbaus wurden auf 12.174.868,36€ angegeben. Neben der Bundesförderung wurde auch gleichzeitig beim zuständigen Ministerium des Landes (Ministerium des Innern und für Sport) eine Landesförderung beantragt. Am 31. Juli 2017 erhielt der Landkreis einen vorläufigen Förderbescheid des Bundes (7.304.921€) und am 02.04..2019 den vorläufigen Förderbescheid des Landes (3.914.172,05€). Während der Antragstellung wurde die Richtlinie „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“ geändert, wodurch auch 23 der 33 ansässigen Schulen im Landkreis in die Förderung (FTTB-Netzplanung) aufgenommen werden konnten. Aufgrund einer besseren technischen Umsetzung des Projektgebiets wurde dieses in vier Lose aufgeteilt. Innerhalb des Vergabeverfahrens wurde im Zeitraum vom 16.03.2018 bis zum 23.04.2018 ein Teilnehmerwettbewerb durchgeführt. Daran hat sich die Ausschreibungsphase (Juni 2018 bis November 2018) angeschlossen. Der Kreisausschuss hat am 03.12.2018 beschlossen, die Firma PfalzConnect GmbH aus Löllbach mit dem Ausbau im LOS 1 (Höhe 1.793.098€) zu beauftragen und den Ausbauauftrag an die Firma INEXIO KGaA aus Saarlouis für die Lose 2 (Höhe 2.693.848€), Los 3 (Höhe 4.122.605€) und Los 4 (Höhe 4.437.689€) zu vergeben. Der endgültige Förderbescheid des Bundes wurde am 14.11.2019 in Höhe von 7.828.344€ übermittelt. Der endgültige Förderbescheid des Landes soll am 14.02.2020 beim symbolischen Spartenstich in Merzweiler übergeben werden. Gleichzeitig sollen an diesem Tag die Verträge mit den beiden Firmen (PfalzConnect GmbH und INEXIO KGaA) unterzeichnet werden. Dadurch kann am 17.02.2020 mit den Maßnahmen begonnen werden.

Weitere Informationen auf der Homepage des Projektträgers:

Link zu: http://www.atenekom.eu/bfp/

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